Der erste Eintrag mit 20 und es fuehlt sich genauso an wie vorher! Ich habe mich sehr gefreut ueber eure Nachrichten, auch wenn ich noch nicht wirklich dazugekommen bin alles genau zu lesen und vorallem zu beantwortem, aber deshalb hier wieder ein "Brief" an alle!!
Gestern Abend sind wir wieder aus dem Dschungel in die Zivilisation zurueck, die sich momentan Manaus nennt und umgeben ist von Regenwald und Wasser, also nur mit dem Flugzeug oder dem Boot zu erreichen ist. Zweiteres haben wir ja wahrgenommen.
Die Bootstour war viel angenehmer als erwartet! Man stelle sich ein drei-stpeckiges, aber recht kleines Schiff vor. Auf dem Unterdeck waren haufenweise Zwiebeln, Tomaten und Cachaca (der Zuckerrohrschnaps um Caipirinha zu machen) gelagert, auf dem 2.Deck hingen wir mit ungefaehr 200 anderen Menschen, hauptsaechlich Brasilianer, aber auch ein Schweizerpaerchen und einige Franzosen und noch zwei Deutsche, die aber auf halber Strecke ausgestiegen sind. Es war also recht eng und Haengematte neben Haengematte aufgehaengt. Trotzdem konnte ich erstaunlich gut schlafen, man durfte sich halt nicht so viel bewegen und empfehlenswert war es auch so wenig aufs Klo zu gehen wie moeglich! Ach Ja, Essen sollte man auch nicht alles auf dem Boot, weil doch einige Menschen um uns herum von boesem Durchfall befallen wurden! Hannes und ich haben uns deshalb die ganze Woche von Brot und Dosenfisch ernaehrtm was sich ausgezahlt hat. Erstens weil es unserem Magen gut geht und zweitens, weil wir sogar etwas abgenommen haben. Die Zeit auf dem Boot erschien uns teilweise zwar ein bisschen eintoenig, aber nicht langweilig. Dank dem mitgebrachten Wizard-Spiel (ein Speil, das dich in Rage bringt) hatten wir sogar spannende Abwechslung. Ansonsten wurde gelesen, geschlafen, gegessen, geschlafen, nach Delfinen Ausschau gehalten (es gibt diese Suesswasserdelfine wohl nur im Amazonas!) und viel erzaehlt auf diversen Sprachmischungen (Portugiesisch, Spanisch, Franzoesisch, Englisch, Italienisch, Schwitzerduetsch usw.). Am Montag, also meinem Geburtstag sind wir dann in Manaus angekommen und ich wurde von Hannes mit einem kleinen Kuchen und Kerzen drauf ganz lieb ueberracht. Ich hatte auch einige Gaeste, weil das Schiff bevoelkert war von kleinen brasiliansichen Kindern, die alle gierig auf meinen Kuchen waren, aber Geburtstagskuchen sind ja da um geteilt zu werden!

Direkt im Anschluss dann als wir das Boot verlassen haben wurden wir dann von unserem Guide, den wir uebers Internet gefunden hatten, auch einem Schweizer, George Uebelhart in Empfang genommen, der uns dann die Tour vermittelt hat, die wir gleich am selben Tag angefangen haben.

Was uns bevorstand waren also 2 Tage und eine Nacht in einer Dschungellogde (man stelle sich eine schwimmende Holzkonstruktion mit Zimmern und Toiletten und Haengemattenhalterungen vor, alles in Gruen). In diesen 2 Tagen sollten wir Krokodile und Piranhas fangen, einen Dschungelspaziergang machen und ein bisschen ins Indioleben schnuppern. Es fing auch ganz gut an. Wir sind mit dem Boot an die Stelle gefahren wo sich 2 Fluesse verschiedenster Temperatur und Farbe treffen, was echt krass war zu sehen, wie sich ein brauner Fluss und ein schwarzer Fluss treffen ohne sich zu vermischen (Hannes war vorallem von dem schwarzen Fluss begeistert, weil er aussah wie Coca Cola). Danach haben wir noch Affen und grosse Seerosen besucht und sind dann zu der Dschungellogde gefahren, um zu Mittag zu essen. Nach dem Mittagessen sind wir dann Fischen gegangen. Ich habe leider keinen Piranha gefangen, aber unsere Bootkollegen hatten mehr Gluech und wir bekamen also Piranhas zu sehen. Dann sind wir Abendessen gegangen und dann ging das richtige Abenteuer los! Nach dem Abendessen sind wir naemlich los, um die Krokodile fangen zu gehen, aber dazu kam es leider nie.

Wir sind mit 10 anderen Touris und 2 Guides, alle in einem recht kleinen Boot aus Holz mit Motor los. Nach so einer halben Stunde Fahrt ging dann leider der Motor kaputt. Es war Nacht, wir hatten nur ein Paddel und kein funktionierendes Handy bzw. Funkgeraet, um Hilfe zu rufen. Nach ein wenig Zeit im Boot, einigen Paddelversuchen und Reparaturanlaeufen war die Stimmung im Boot schon ein wenig schlechter, aber immernoch in Ordnung. Wir sind dann auch gluecklicherweise irgendwie an das Haus des einen Guides gekommen, wo uns ein zweites Boot dann abschleppen sollte. Das sah auch alles so ganz gut aus und wir hatten uns schon gerettet gefuehlt. Als wir dann weitgenug von diesem Haus, aberauch noch weit genug vom Hotel entfernt waren, ging dann aber tatsaechlich auch noch das zweite Boot kaputt (fuer Brasilien nicht verwunderlich!) und wir standen genauso da wie vorher, nur eben mit zwei kaputten Booten. Naja, nach einiger Zeit haben dann aber die Guides dann unser Boot wieder repariert und wir sind so nach 2 oder 3 Stunden wieder im hotel angekommen ohne auch nur den Hauch eines Krokodiles gesehn zu haben, was mich aber auch nicht gestoert hat, weil ohne einen funktionierendes Motor waere so ein Krokodil sicher keine angenehme Ueberraschung gewesen. Die Nacht die darauf folgte war auch recht turbulent. Mosquitos ueberall, nicht ausreichend Haengematten und letztendlich waren wir auch komplett alleine in der Dschungellogde, weil unsere Guides wohl einen besseres Schlafplatz mit weniger Mosquitos hatten. In Gespraechen mit den anderen Bewohnern unserer Logde kamen dann auch so Geruechte auf wie, dass vor 8 Jahren ein Touri gestorben waere und die Logde schon laengst keine Lizens mehr haette usw. Es schien wie ein kleiner Alptraum, sicher war auf jeden Fall, ads wir ein Teil unseres Geldes zuureckverlangen wuerden! Gestern also, am 2. Tag unserer Tour haben wir noch einen recht laecherlichen, aber ganz netten Spaziergang durch den Dschungel gemacht und einiges ueber Plazen gelernt und wie sie von den Indios benutzt werden und sind dann spaeter zurueck nach Manaus gefahren, wo wir jetzt gerdae wieder den Zugang zu Internet und Aussenwelt geniessen.

Ja, das war also so mehr oder weniger, wie ich meinen Geburtstag verbracht habe. Interessant, aber nicht das, was ich mir fuer jeden Geburtstag wuenschen wuerde. Die richtige Geburtstagsfeier werde ich also nochmal in Deutschland nachholen muessen, worauf ich mich auch sehr freue!!

Heute Nacht gehts endlich Nach Venezuela und in den nacehsten Naturpark, naemlich die Gran Sabana!!

Ich melde mich wieder sobald wie moeglich! Gruesse vom Hannes, der ja in 10 Tagen schon wieder in Deutschland ist, wenn auch wahrscheinlich erstmal in Wernersberg.

Bis bald!!

 

21.7.10 17:03

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