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Grosse Reise (25 Tage durch Venezuela)

Ein Monat ist schon wieder vergangen und bin jetzt fast genau in der Haelfte dieses Austauschjahres, was echt wie im Fluge vergeht, gestern bin ich von der grossen Reise gekommen, ueber die ich jetzt einiges schreiben werde... 

Die Kueste...

Am 6.1. gings los, gleich in den Norden, Richtung Meer nach Maracaibo. Eine Gruppe von 40 Jugendlichen aus Daenemark, Deutschland (19 Menschen), Belgien, Brasilien, Canada, Usa, Bermuda und Frankreich...Maracaibo ist beruehmt fuer den groessten See von Suedamerika, in dem man aber nicht baden soll, weil er hauptsaechlich zum Oelzapfen genutzt wird, riesige Geldmengen werden da jeden Tag aus dem See geholt, die das Land zu einem der reichsten von Suedamerika machen...am Ufer dieses Sees liegen typische Haeuser, die einen sehr an Venedig erinnern, weil sie auf Stelzen , halb im See, halb am Ufer liegen. Der Unterschied ist, dass die Menschen in diesen Stelzenhaeusern viel aermer sind als die in Venedig...Habe mich nicht sehr wohlgefuehlt als wir diese Haeuser besichtigt haben, sind da rein geschlappt, als riesige auslaendische Gruppe mit Kameras und haben Fotos von der Armut gemacht, um danach ins Sambil, dieses riesige Einkaufszentrum fuer reiche Leute zu fahren...sehr ironisch.Am naechsten Tag gings weiter nach Coro, zum ersten Mal in Venezuela habe ich das Meer gesehen, was mich sehr bewegt hat. Der Strand in Coro war aber nichts gegen die Straende der naechsten Tage...9.1. sind wir von Chichiriviche, ein kleines haessliches, touristisches Dorf mit einer Lancha(kleines Boot) zu den kleinen Inseln in der Caribic gefahren, los cayos. Und das sind die schoensten Straende der Welt, der Sand ist weich, das Meer kristallklar und die Sonne knallt vom Himmel, leider wollen viele Leute diese Straende geniessen und es kommt nicht das Gefuehl von einsamer Insel auf...Obwohl diese cayos unter Naturschutz stehen, liegt sehr viel Muell rum, was mich echt stoert, aber in Venezuela findet man kaum Plaetze ohne Muell...Am 12.1.haben wir Chichiriviche verlassen und sind ueber Valencia (wo wir nur gegessen haben und wieder in ein Einkaufszentrum sind) nach Puerto la Cruz gefahren, eine Stadt im Osten und an der Kueste...sind in die Altstadt gefahren, die nicht wirklich alt war, haben Ruinen und Kirchen gesehen, ueber die ich aber nichts sagen kann, weil ich das schonwieder vergessen habe...13.1. sollte ein Tag am Strand sein, nachdem wir um 10 Uhr am Strand angekommen sind, sind ich und eine Freundin aus den USA in Seeigel getreten die giftig sind...und haben den Rest des Tages in verschiedenen *Krankenhaeusern* verbracht, wobei es eher um Brooke (USA) ging, die richtig Schmerzen hatte und mindestens 7 Stacheln im Fuss, ich gluecklicherweise nur einen. Die venezolanischen Aerzte konnten uns nicht helfen, was uns ein bisschen beunruhigt hat. Es wurde uns Antibiotika verschrieben...und den Stachel spuer ich nicht mehr, er ist allerdings bis heute in meinem Fuss...Der 14.1. war auch ein aufregender Tag. Es war unser erster *freier* Tag waehrend der Reise, an dem wir ausschlafen konnten und machen was wir wollen...bin also gegen elf aufgestanden und habe mich zum lesen rausgesetzt...Mein Zimmer im Hotel habe ich offengelassen, weil ich nahe der Tuer sass und ich keine Gefahr in Dieben sah, weil keine anderen Besucher ausser unserer Gruppe im Hotel warn...mit den Besuchern hatte ich auch Recht, Dummerweise gab es 2 Affen die dort gelebt haben und sehr schlau sind. Ich habe sie eine zeitlang von meinem Liegestuhl aus beobachtet bis mir etwas komisches in der Hand des Affen aufgefallen ist, silbern, schachtelgroesse...meine Kamera....panikartig bin ich Essen suchen gegangen, um den Affen (seine Name ist Poncho) von dem drei Meter hohen Baum runterzulocken, ohne Erfolg. Nach einer halben Stunde hat er meine Kamera fallen gelassen. Sie hat den Aufprall auf dem Boden nicht ueberlebt. Das haette ich dem Affen ja noch verzeiht. Als ich aber in den Pool gegangen bin, um mih zu erfrischen, hat er auch noch mein neues (!) T-shirt geklaut, das ich am Rand liegen gelassen habe...2 Stunden spaeter und ein bisschen zerstoert, aber noch brauchbar hat er auch das vom Baum fallen lassen...Seit diesem Tag bin ich nicht sehr gut auf Affen zu sprechen...15.1. Aufbruch in den Norden. Auf dem Weg nach Puerto Ordaz haben wir 2 Parks besichtigt, mit Wasserfaellen und vielen Affen, die mich aber diesmal in frieden gelassen haben. Danach Museumsbesuch ueber die Energiequellen Venezuelas...Staudaemme und so...

Gran Sabana...

16.1. , nachdem wir den ganzen Tag im Bus verbracht haben, sind wir am Nachmittag in der grossen Savanna angekommen...sehr spektakulaer war das erstmal nicht weil alles flach und trocken ist...wurden in einem kleinen Hotel untergebracht, wo wir uns nicht mit Seife oder shampoo waschen durften weil es keine Kanalisation gibt. An diesem Abend haben wir ein paar Gruppenspiele gemacht, um uns besser kennenzulernen, war ganz nett. 17.1. war ein toller Tag, sind morgens um 8 Uhr in Jeeps aufgebrochen und 3 Stunden durch die Savanna gefahren, weit und breit nichts...bis wir an einen Fluss gestossen sind und in Lanchas weiter sind mit Indio-Fuehrern, die die Sprache der indios sprechen , die total interessant, aber unverstaendlich ist. Spaeter sind wir dann gewandert, erst zu einem recht grossen Wasserfall, Salto Apuwao. beeindruckend! Haben uns dort aber nicht gebadet , weil zu gross und stark und sind weiter zu einem kleineren versteckten Wasserfall gelaufen...wo wir uns gebadet haben. Wir ein Natur Spassbad...18.1. Aufbrauch zur brasilianischen Grenze, auf dem Weg im wieder Stops um andere Wasserfaelle zu sehen...naturaleza maravillosa!!

Brasilien, Estado Amazonas... 

In der Nacht , Ankunft in nem kleinen Dorf, Santa Elena, man kann dort nichts machen ausser interessante Leute treffen, die alle ihre Geschichten zum erzaehlen haben. Habe mit vielen Rucksacktouristen gesprochen und bin wild entschlossen auch auf diesem Weg durch Laender zu reisen...Brasilien zum Beispiel. Am 19.1 sind wir am Morgen bis zu einem Aussichtspunkt gewandert, von dem man die Lunge der Welt ueberblicken kann, den Staat Amazonas mit viel Tropenwald. Danach sind wir nach Brasilien, in ein kleines Dorf mit leckerem Essen und genialen Ohrringen und anderem Kram, werde viel nach Deutschland mitbringen!! 20. und 21. freie Tage fuer mich, ein Teil der Gruppe ist zum Salto Angel geflogen , dem groessten Wasserfall der Welt. Sie mussten dafuer aber einiges bezaehlen, um die 300 Euro (1 000 000 Bolivares).Ich bin dafuer am 21. nochmal nach Brasilien gefahren, um neuerdings shoppen zu gehen. Auf dem Rueckweg hatten wir aber Probleme das Land zu verlassen, weil die Leute an der Grenze um Gasolina gestritten haben und keine Autos die Grenze passieren konnten. haben also unser Taxi verlassen und sind zu Fuss bis nach Venezuela gelaufen, zwischen den streitenden Leuten durch...habe mich wie ein Fluechtling gefuehlt, war aber kein grosses Ding, haben uns ein neues Taxi in Venezuela gesucht und sind bis zu unserem Hotel gefahren...22.1. Unser Autobus hatte ne Panne und wir haben 2 Stunden in der Pampa , in der Knallen Sonne warten muessen...Danach gings weiter bis nach Ciudad Bolivar, wo wir drei Tage geblieben sind. Haben ein Museum besucht, mit ganz schoener Kunst und sind durch die Stadt geschlappt um Geschichten ueber den grossartigen Befreier simon Bolivar zu hoeren. Der glaube ich gar nicht so grossartig war...Am 25.1. gehts weiter in Richtung Westen, fast den ganzen Tag im Autobus, muessen immer wieder anhalten, u den Orinoco zu ueberqueren oder weil die venezolanische Polizei uns kontrolliert, ungefahr jede Stunde einmal...verrueckte Menschen mit riesigen Waffen, die mir echt Angst machen. Im Hotel angekommen erfrischen wir uns nur noch im Pool und gehen schlafen, weil der naechste Tag ein recht volles Programm hat. Um 7 brechen wir auf, um im Tropenwald wandern zu gehen. Abenteuerlich wirklich. Nach einer Stunde im Wald sind wir an einen Fluss gekommen ueber dem sich 100e von Schmetterlingen getuemmelt haben, ein herrliches Bild. Nachdem wir uns erfrischt haben und aus Bananenblaettern Wasser getrunken haben, sind wir weiter gewandert, ich war einer der ersten in der Gruppe und irgendwie haben wir nicht gemerkt , dass kein Guia in unserer Naehe war und sind gewandert und gewandert, bis wir gemerkt haben, dass wir allein sind...das war ein gefuehl. Um dich rum mega viele dir unbekannte Tiere. Der tropische Regenwald hat einen wahnsinnigen Geraeuschpegel. Wir haben dann dort ungefaehr eine halbe Stunde auf den Guia gewartet, immer wieder schreiend zwischendrin. Entweder um auf uns aufmerksam zu machen oder vor Angst vor den Spinnen oder anderen grossen Insekten. Sind aber wieder heil aus dem Wald gekommen, bis zu einem Indiodorf....beeindruckend wie die Menschen dort leben. Ich habe mit den Menschen, die spanisch gesprochen haben ein bisschen gesprochen , auch ueber Chavez, von dem sie eine gute Meinung haben, weil er dem Dorf essen  und Geld schickt und ihnen das Leben erleichtert. Am Nachmittag sind wir noch zu einer Naturrutschbahn gefahren, die sich aber als Flop rausgestellt hat. Die Leute, die gerutscht sind, haben sich fast alle verletzt. Ich (weil viel vernuenftiger) bin nicht gerutscht und hab mich nur im Wasser erfrischt. Sind also relativ schnell wieder aufgebrochen , um die Leute zu verarzten. Am 27.1. sind wir schon um 4 Uhr morgens aufgebrochen zu unserer letzten und schoensten Station. Zu einer Finqua auf und um die Tiere gelebt haben, aber keineswegs eingesperrt. Haben 3 Ausfluege in nem ´Freiluf-Jeep gemacht und Kaimane, Krokodile, Kapaware, Schildkroeten Flamingos, Pyranhas und viele andere Tiere, die ich noch nie gesehen habe und nicht benennen kann gesehen. Am Schluss haben wir noch ne Anakonda um den Hals gelegt bekommen haben...Danach gings wieder nach San Christobal...

Wieder hier....

werde ich Karina verabschieden, die morgen nach Brasilien zurueckkehrt, ziemlich schwer fuer alle...Am 2. Februar werde ich in meine 3.Familie wechseln, worauf ich mich mehr oder weniger freue. Danach geht der Austausch normal weiter, mit Schule und so.

Werde ein andermal die ganzen Mails beantworten, aber ihr habt ja jetzt erstmal genug Stoff zum lesen. Schreibt mit weiterhin. Vermisse euch, aber in 5 Monaten komme ich ja schon wieder.

Gruss und Kuss

Hannah

4 Kommentare 29.1.08 19:13, kommentieren